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Zwischenfrüchte: Ihre Bedeutung für den Boden und wie beziehungsweise wann wir sie am Besten einarbeiten!

Da es besonders im Herbst immer wieder zu Fragen hinsichtlich Zwischenfrüchten und deren Ausgasungen kommt, möchten wir in den nächsten Zeilen einige Fakten über Herbst/Winterbegrünungen erläutern. In erster Linie gelten Zwischenfrüchte als Nahrung für unser Bodenleben und gerade dort spielt eine Durchwurzelung eine große Rolle. Auch für Insekten ist die Zwischenfrucht von großer Bedeutung, und nicht zu vergessen, der Erosionsschutz. Der Boden ist durch die Begrünung im Herbst ausreichend bedeckt und bewurzelt um vor allem Starkregenereignisse und die im Frühjahr anstehende Schneeschmelze besser überstehen zu können. Abgesehen von den unzähligen positiven Wirkungen auf unseren Boden, gibt es immer wieder einige umstrittene Fragen hinsichtlich Ausgasung von Zwischenfrüchten. Besonders Senf, in unserer Region eine sehr bekannte und kostengünstige Zwischenfrucht, wird diesbezüglich immer wieder genannt. Beim Senf spielen vor allem die frei werdenden Senföle eine Rolle, die wiederum in Form von N2O (Lachgas) in die Atmosphäre abgegeben werden. Laut  Expertisen und Studien der Universität für Bodenkultur Wien, sind diese jedoch so gering, dass diese Emissionen hinsichtlich Klima keine entscheidende Rolle spielen. Viel wichtiger ist jedoch, dass durch die Bedeckung am Acker weder Kohlenstoff noch sonstige Verbindungen verloren gehen, da diese durch die Zwischenfrucht gebunden werden. Gerade zwischen September und November stellt sich jedoch immer wieder die Frage, ob man Herbstbegrünungen Mulchen oder Einkürzen sollte. Gegen dieses Vorgehen spricht jedoch, so Marion Gerstl von der Boden.Wasser.Schutz.Beratung, dass im darauffolgenden Frühjahr oft keine ausreichende Mulchschicht mehr vorhanden war und somit der Erosionsschutz fehlte. Die Pflanzendecke schützt ebenso das Grundwasser vor der Eintragung von Nitrat und gelöstem organischen Kohlenstoff und wie oben bereits genannt stellt sie das Futter für die Bodenlebewesen zur Verfügung. Eine gute Alternative zum Mulchen, auch hinsichtlich Insektenschutz, stellt das Einkürzen der Blütenstände ab Oktober dar. Eine weitere Möglichkeit ist das Befahren des Feldes mit einer Walze. So kann eine ausreichende Bedeckung des Ackers auch im Frühjahr garantiert werden. Fazit ist, dass Zwischenfrüchte trotz einiger KritikerInnen ein wichtiger Bestandteil unserer Fruchtfolge sind und für Insekten, Bodenlebewesen und die nachfolgende Hauptkultur eine wichtige Nährstoffquelle darstellen.

 

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